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Kanzelerklärung in Propsteikirche

19. Oktober 2026

Soprangesang, Querflöte und Orgel unterstreichen historische Texte aus dem Kreuzkampf von 1936

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Vechta, Oldenburger Land, Oktober 2026: Für den 30. Oktober laden das Bischöflich Münstersche Offizialat und die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt zu 19:00 Uhr in die Propsteikirche St. Georg ein. Der Abend gehört zu einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe, die Musik und historisches Zeugnis auf eindrückliche und emotionale Weise verbindet. Unter dem Titel „Denn das Wort vom Kreuz" erklingen musikalische Werke in fünf Kirchen des Oldenburger Landes — jeweils verbunden mit der Lesung von Originaltexten aus der Zeit des Kreuzkampfes von 1936. Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Michael Hirschfeld, Historiker aus Vechta, hat eine historische Einleitung zu den Abenden verfasst. Er macht deutlich, dass die Reihe gezielt an historische Schauplätze führt: Die Quellentexte könnten „im räumlichen Umfeld der Originalschauplätze gelesen eine besondere Authentizität entfalten und deutlich machen: Was vor 90 Jahren geschehen ist, das ist kein abstraktes Ereignis, sondern das ist an ganz konkrete Orte angebunden."

Die Reihe gehört zum Programm „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht", mit dem im Oldenburger Land an den 90. Jahrestag der breiten gesellschaftlichen Protestbewegung gegen die staatlich angeordnete Entfernung der Kreuze aus den Schulen im November 1936 erinnert wird.

In Vechta macht die Reihe in der Propsteikirche St. Georg Station. Im nahegelegenen Bischöflich Münsterschen Offizialat verfasste Offizial Franz Vorwerk auf Anregung von Bischof Clemens August von Galen seine Kanzelerklärung. Sie wurde am 15. November 1936 in allen katholischen Kirchen des Offizialatsbezirks Oldenburg verlesen. Zentral ist der Satz: „Jeder Angriff auf das Kreuz, das Zeichen der Erlösung, ist für uns ganz selbstverständlich ein Angriff auf das Christentum." Laut Vorwerk schlug die Erklärung „wie ein Blitz" ein.

Beim Konzert am Freitag, 30. Oktober 2026, um 19:00 Uhr tragen die Sprecher Julia Koch und Peter Havers die Kanzelerklärung vor. Dazu kommt der „Kreuzerlass" von Minister Julius Pauly vom 4. November 1936, der in allen fünf Konzerten der Reihe verlesen wird.

Für die Musik sorgen die Sopranistin Katharina Nell, die Querflötistin Ching-Yi Ho und der Organist Manuel Uhing. In sechs Stationen betrachten sie das Kreuz als Orientierungs-, Tief- und Wende-, Halte-, Ausgangs- und Heilspunkt und schließlich als Segen. Es erklingen Werke von Josef Gabriel Rheinberger, Georg Friedrich Händel, Marcel Dupré, Johann Sebastian Bach, Noël Gallon, Carl Nielsen und Felix Mendelssohn Bartholdy. Dazu kommen Choräle aus dem Gotteslob, die auch gemeinsam mit der Gemeinde gesungen werden.

Katharina Nell (Jahrgang 1998) ist Sopranistin mit Schwerpunkt auf Alter Musik, Oratorium und geistlicher Musik. Sie studiert Alte Musik an der Hochschule für Musik Trossingen. Ching-Yi Ho stammt aus Taichung in Taiwan und gründete 2001 das Trio Formosa. Sie unterrichtet an den Musikschulen Bad Zwischenahn und Oldenburg. Manuel Uhing ist seit 1999 Kirchenmusiker an St. Peter in Oldenburg, heute in der Pfarrei St. Willehad, und Regionalmusiker für den Pastoralen Raum Oldenburg-Delmenhorst.