KÖB im Oldenburger Land verzeichnen 885.250 Ausleihen
Oldenburger Land, Ellenstedt, 22.4.; Die 63 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Oldenburger Land verzeichnen im Jahr 2025 885.250 Ausleihen, insgesamt umfasst der Bestand 308.880 Medien. „Katholische Büchereien sind ein sehr beliebtes kirchliches Angebot“, berichtet Dr. Sonja Hillebrand, die im Bischöflich Münsterschen Offizialat Ansprechperson für die Einrichtungen ist. Dies zeigt auch die jährliche Statistik, die zum „Welttag des Buches“ am 23. April veröffentlicht wird.
747 ehrenamtliche Mitarbeitende haben sich mit mehr als 45.152 Arbeitsstunden für eine lebendige Gemeindearbeit und die Leseförderung engagiert. Dazu kommen 34 hauptberufliche Kräfte. „Als niederschwellige Orte stehen KÖBs allen Menschen offen. Durch ihr engagiertes Wirken tragen die Mitarbeitenden dazu bei, dass wichtige gesellschaftliche und religiöse Themen wie Einsamkeit, Toleranz, Wahrhaftigkeit und die Bewahrung der Schöpfung Wirkung bei den Menschen entfalten“, betont Aki Wantia, Leiterin der Fachstelle Büchereien im Bistum Münster.
Über 17.000 Stunden hatten die KÖB geöffnet, es gab 26.081 aktive Nutzerinnen und Nutzer. Die Einrichtungen hatten 315.887 Besucherinnen und Besucher, auch durch die Einladung zu 1.989 Veranstaltungen wie Buchvorstellungen oder Angeboten für Kindertagesstätten und Grundschulen.
322 katholische Büchereien gibt es im Bistum Münster. Sie bilden ein dichtes Netz von Standorten in Städten und ländlichen Regionen. Sie reichen von kleinen Gemeindebüchereien bis hin zu modernen Stadtbüchereien. Allen gemeinsam ist, dass sie mit ihren Angeboten und Öffnungszeiten Türen zu anderen Welten ermöglichen.
Dem Bestand nach ist die KÖB in Ellenstedt (Pfarrei St. Gorgonius Goldenstedt) sicherlich eine der kleinsten Einrichtungen im Oldenburger Land. Doch: „Ich finde es sehr beeindruckend, was hier in kürzester Zeit durch fünf ehrenamtliche Frauen auf die Beine gestellt wurde“, unterstreicht Hillebrand. 2020 war der „Umsatz“ - also das Verhältnis zwischen Medienbestand und Ausleihe - mit 0,35 sehr niedrig. Drei Jahre hatte die Einrichtung praktisch geschlossen, viele hätten nicht mehr mit der Öffnung gerechnet. 2024 kam es dann anders. Die Einrichtung wurde wieder geöffnet. Der Bestand wurde aktualisiert, die Ausleihen gehen seitdem hoch. In absoluten Zahlen: 2020 waren es 800 Ausleihen, 2025 waren es 2.347. Der Umsatz stieg auf 2,52. Das sei „einfach großartig“, lobt die Theologin. Inzwischen ist das Team auf zehn Ehrenamtliche angewachsen. Weitere Ehrenamtliche werden immer gesucht.
„Wenn Familien kommen, in denen die Eltern wenig oder gar kein Deutsch sprechen und vielleicht nie ein Buch kaufen oder ausleihen würden – und sie trotzdem ihre Kinder unterstützen, das macht uns am meisten Spaß“, erzählt Kathrin Marx aus Ellenstedt. „Selbst wenn sie ‚nur‘ ein Switch-Spiel ausleihen, sie kommen in die Gemeinschaft hinein, das macht Freude“. Die Finanzierung der Einrichtung gelinge mit großer Unterstützung aus dem Umfeld. Die Gemeinde und der Kultur(er)leben-Kreis Goldenstedt unterstützten finanziell. Ein Kostenpunkt sei der Bedarf an neuen Medien. Gestartet sei die Einrichtung mit etwa 60 Büchern, sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. „Der Vorteil: Wir konnten sehr gut auf Wünsche eingehen. Lange lag eine Wunschliste aus,“ erinnert sich Marx. Zeitschriftenabos seien aufgenommen worden, die mit jährlichen Ausgaben verbunden sind. „Wir sind derzeit ein Team von zehn Leuten. Der eine kann sich mehr einbringen, der andere weniger. Jüngere übernehmen z. B. Social Media, was uns bei Veranstaltungen sehr hilft. Der eine kann nicht dienstags, dafür sonntags – wir arrangieren uns“, erklärt sie. „Für Schulkinder übernimmt der Förderverein der Schule den Jahresbeitrag von zehn Euro. Das ist nicht viel, muss aber getragen werden“, sagt Marx dankbar. Gerade Familien mit knapper Kasse müssten das Geld sonst anders ausgeben.
Johannes Hörnemann
